Zukunftsaussichten durch ein großartiges Projekt

Anremaisen. So heißt eine Berufsschule hier in Vietnam, in Ho Chi Minh City, die auch der unteren Schicht eine Zukunft bietet. Hier durften wir für zwei gesamte Tage einen einzigartigen Einblick bekommen.

Die Anremaisen- Schule wird nach einem deutschen System geführt und ihr Gründer hat die Berechtigung eine deutsche, anerkannte Prüfungen durchzuführen. Jugendliche bekommen so die Möglichkeit für ein bedenkenloses und gut finanziertes Leben, denn die Azubis dieser Schule müssen ein Armutszeugnis vorweisen. Das heißt, sie sind entweder in einer sehr armen Familie aufgewachsen, sind Halbwaisen oder Vollwaisen.

Bei dem Armutszeugnis tut sich aber ein Problem auf, denn dieses Papier muss vom jeweiligen Bürgermeister unterschrieben werden, und dies macht er in der Regel sehr ungerne, da so die Statistiken der Armut steigen und dies nicht gerne gesehen ist. Aber zum Anfang:

Francis van Hoi ist der Gründer dieser Schule. 1976 ist er aus Vietnam geflohen. Schon damals bewies er sich als eine äußerst herzliche und einsetzende Person. Er half in München den Boatpeople, die ebenfalls aus Vietnam geflohen sind, bei der Integration und der Unterbringung. Er machte in Deutschland eine Ausbildung zum Gastronom und Koch und eröffnete erfolgreiche Asia-Lebensmittel-Läden. 2009 kam er dann, nach 30 Jahren in Deutschland, wieder in sein Heimatland Vietnam. Dort baute er in Hanoi eine Einrichtung für behinderte Menschen auf und widmete sich vielen weiteren Hilfs-Projekten.

Vor drei Jahren übergab Francis dann seine Einrichtung für Kinder und Jugendliche mit  Handicap an ein Kloster und kam in den Süden nach Ho Chi Minh City. Hier hieß sein neues Projekt „Anremaisen-Schule“. Wie schon erwähnt, gibt diese Schule jungen Menschen eine ganz andere Zukunft als sie es ohne diese Schule hätten. Um die Absolventen dieser Anremaisen-Schule reißen sich die 5 Sterne Hotels und stehen Schlange.

Anremeisen (75).jpg

In der Anremaisen-Schule werden die jungen Vietnamesen und Vietnamesinnen auf ihre gesamte Zukunft vorbereitet. Angefangen bei dem Englischunterricht, wo die Lehrer ihre Schüler gezielt auf Kommunikation trainieren. Ob für eine Unterhaltung mit einem Hotelgast oder mit dem zukünftigen Chef.

Außerdem werden die Schüler auf die Arbeitswelt vorbereitet. Für Vietnamesen ist es zum Beispiel üblich, Mittags zu schlafen, um der Mittagshitze aus dem Weg zu gehen und am Abend lange wach zu bleiben, doch das ist in einem erfolgreichen Berufsleben nicht möglich, so lernen die Schüler bereits in der Berufsschule damit um zu gehen.

Anremeisen (21).jpg

Angegliedert an die Berufsschule, ist ein kleines romantisches Restaurant. Dort können sich die Schüler alle zwei Wochen für zwei Wochen ausprobieren. Hier wird gekellnert, gekocht und gebacken, und dass hervorragend. Wie uns Julia Berghs mitteilte, dauert es häufig zwei bis drei Besuche, bis ihre Kunden bemerken, dass sie von Auszubildenden bedient werden und dieses Restaurant zu einer Berufsschule gehört. Sie selber kommt aus Deutschland und arbeitete früher in Hotels, bevor sie begann, an der Berufsschule zu unterrichten.

Anremeisen (83).jpg

Neben der Praxis und dem Englisch Unterricht stehen auch noch Fächer wie Hygiene, Ernährung und Musik auf dem Stundenplan, wobei das wichtigste ist immer noch die Selbstentwicklung ist. „Die Schüler kommen alle aus armen Verhältnissen und sind weit weg von ihrer Heimat und ihren Familien.“ so Rene Krause „wir besuchen zusammen mit jedem Schüler mindestens einmal ihre Familien und ihre Heimat, das ist für die Schüler etwas ganz besonderes. Das verbindet und gibt den Schülern viel Kraft.“ Rene Krause ist vor über zwei Jahren nach Vietnam gekommen, als er eine Anzeige von Francis van Hoi gesehen hat. So baute er als zweiter Leiter der Schule diese weiter auf.

Anremeisen (62).jpg

Neben vielen Unterhaltungen mit Francis, Rene, Julia und weiteren unglaublich motivierten Lehrern, haben uns auch die Schüler selbst einen Einblick in ihr Leben gegeben. Wir haben mit ihnen zusammen am Unterricht teilgenommen, haben mit ihnen Mittag gegessen und durften uns in der Bäckerei ausprobieren. Voller Elan und Ehrgeiz machte das Bäckerteam Brezeln. Nach einigen Misserfolgen und vielem erklären und zeigen der zukünftigen Bäcker haben wir dann auch beide unsere ersten zwei eigenen Brezeln gebacken.

Anremeisen (8).jpg

Durch die Zusammenarbeit mit den Schülern, ergaben sich immer mehr Unterhaltungen. Nach der Frage, was die Schüler in ihrer Zukunft machen möchten, bekamen wir Antworten wie: „Ich möchte Chefin werden, ein Hotel leiten und Erfolg haben, um meine Familie zu ernähren und um meinen Kindern eine gute Zukunft bieten zu können“ oder „Ich möchte nach Deutschland gehen, um in einem Sterne-Restaurant zu kochen und meine Gäste glücklich zu machen“. Die meisten der Schüler haben einen riesigen Ehrgeiz, lernen viel nach und vor der Schule und besonders fleißig ihre Vokabeln, denn sie alle wollen ihre Chance nutzen.

Wir beide sind immer noch extrem begeistert von der Schule, die sich durch die kleinen Einnahmen ihres Restaurants finanziert. Doch hauptsächlich ist die Schule auf Spenden und Sponsoren angewiesen. „Ich wünsche mir für die Zukunft, dass die Schule weiter wächst, um mehr Schüler aufzunehmen, denn wir haben deutlich mehr Anfragen als Plätze.“ so Rene Krause. Das Team der Schule hofft, dass einige der Schüler, nach einem erfolgreichen Berufsleben für ein/zwei Jahre zurückkommen und ein Vorbild für weitere zukünftige Schüler werden, um diese mit ihren eigenen Erfahrungen zu unterrichten.

An dieser Stelle ein großes Dankeschön an das Team und an die Schüler. Wir wünschen euch alles Gute für die Zukunft. Wir kommen wieder!

Anremeisen (73)

Wenn ihr mehr über dieses großartige Hilfs-Projekt erfahren wollt, oder es sogar unterstützen möchtet, ist dies der Link zur Website. Wir können es nur empfehlen!

Ein Kommentar zu „Zukunftsaussichten durch ein großartiges Projekt

Gib deinen ab

  1. Ihr zwei,
    wieder habe ich begeistert Eure Berichte gelesen. Man kann sich wirklich gut in Eure Erlebnisse hineinversetzen. Gern zeige ich sie auch meiner Familie, denn wir haben gemeinsame Asien- bzw. auch Vietnamerfahrungen.
    Toll fand ich auch Eure Fotos aus Hoi An.
    Gerade heute habe ich eine Jacke getragen, die ich mir vor ca 10 Jahren dort habe schneidern lassen. Und immer wieder passiert mir -wie auch heute (-. , dass mich eine fremde Frau auf die Jacke anspricht und gern wissen möchte, wo ich sie gekauft habe……

    Das Schulprojekt klingt sehr gut. Was Ihr kennenlernt, das gelingt einem normalen Touristen nicht. Wunderbar!
    Genießt es!
    Herzlich grüßt aus Bremen
    Inge Grothus

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: