Schokolade und eine Bootstour

Und wieder einmal liegt ein ereignisreicher Tag hinter uns. Wir sind zwar erst am Mittwoch in Saigon angekommen, gefühlt sind wir aber schon seit Wochen hier in Vietnam.
Am Morgen ging es schon früh los. Wir machten uns auf den Weg zu der Produktionsstätte der Marou Schokolade. Versteckt in einer Seitenstraße werden hier Kakaobohnen geröstet, gemahlen und anschließend zu Schokolade weiter verarbeitet. Nahezu alle Produktionsschritte geschehen hier an einem Ort, wodurch man an langen Transportwege spart.

Nachdem jede Schokolade und jedes Produktionsstadium einmal probiert wurde, fuhren wir dann pünktlich zur heißesten Zeit des Tages auch schon wieder gesättigt zurück.   Die Schokolade können wir wirklich weiter empfehlen, sie lässt sich jedoch bis jetzt bei uns nur in einigen Feinkostgeschäften, unter anderem in Hamburg, erwerben.

Kurze Zeit später ging es dann auch schon wieder weiter.
Dieses Mal führte uns unser Weg zum Saigon-River. Dieser schlängelt sich, versteckt hinter Häuserwänden und den allgegenwärtigen Bauzäunen, durch Ho-Chi-Minh Stadt.
Noch vor einigen Jahren war der Fluss eine betriebsame Verkehrsader, mit schwimmenden Märkten und zahlreichen Wassertaxis.
Das hat sich jedoch, wie so vieles, in den letzten Jahren geändert. Es dauerte eine Weile, bis wir schließlich doch noch ein paar schwimmende Häuser und ein einsames Wassertaxi auftreiben konnten.

Wasser Taxi Saigon Vietnam
Ein bisschen Nostalgie auf einem der letzten verbleibenden Wassertaxis Saigons.

Wassertaxi_Saigon_RiverTaue_Boot_Saigon

Mit exklusiver Kameraausrüstung ging es an Bord des kleinen Kahns. Begleitet vom stetigen Tuckern des Motors schob sich unser Boot zielstrebig durch die trüben Fluten des Flusses. Zahlreiche schwimmende Gegenstände, wie einsam treibende Wassermelonen und Kokosnüsse, verschwanden dabei unbeachtet unter dem Kiel des Kahns.
Unser Boot wirkte nahezu winzig im Vergleich zu den riesigen Containerschiffen, die nun die Ufer säumten. Dabei gilt auch hier das ungeschriebene Gesetz der Straßen, der Größte hat immer Vorfahrt.

Stelzen-Haus_Saigon

Hausboot Saigon Vietnam
Eines der wenigen verbliebenen Hausboote in Ho-Chi-Minh City.

Haus_Wasse_SaigonSaigon_Skyline

Kurze Zeit später bogen wir nach links in einen kleinen Seitenarm ein und befanden uns, nur drei Kilometer Luftlinie vom Stadtzentrum entfernt, auf einmal mitten in einem Dschungel. Riesige Farne wölbten sich über das Wasser, während das ansonsten immer präsente Hupen und Rauschen des Verkehrs mit einem Mal vollkommen verstummt war. Geschickt manövrierte unsere Führerin uns im die engen Biegungen des Flusses.

Am Ufer konnten wir, versteckt zwischen den Blättern der Farne, zahlreiche Vögel, aber  auch überall Plastikmüll entdecken. Das Umweltbewusstsein der Vietnamesen ist nicht sehr ausgeprägt und Flüsse und Kanäle werden leider immer noch gerne als Müllhalde verwendet.


Nach kurzem Verweilen ging es dann auch schon wieder zurück. Die Farne lichteten sich und die erste Hochspannungsleitung zwang unsere Drohne zur Landung.
Die Großstadt hatte uns wieder.

Ein Kommentar zu „Schokolade und eine Bootstour

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  1. Schön , Euer neuer Tagesbericht !!!
    Den Ho-CHI -Minh-River habe ich gar nicht kennen gelernt. Da kann man mal sehen, was es ausmacht , mit wirklich Ortskundigen unterwegs zu sein.
    Kompliment für Euren erzählerischen Sprachstil! Es macht Freude, Eure Berichte zu lesen.
    Herzliche Grüße aus Bremen!!

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